SOS: Haarausfall nach Corona- Was kann ich tun?

NATALJA

FELSING

21. Mai, 2021

Haarausfall nach einer Corona-Erkrankung - Was kann ich tun?

Die Corona-Pandemie hat uns bereits seit über einem Jahr fest im Griff. Während zahlreiche Menschen bisher vor der Erkrankung verschont geblieben sind, haben andere nach ihrer Corona-Infektion noch mit Langzeitfolgen zu kämpfen. Neben dem Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns klagen immer mehr Corona-Genese über Haarausfall nach einer überstandenen Infektion. Wie sich dieses Phänomen erklären lässt und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie hier.

haarausfall in den wechseljahren

Was passiert bei einer Corona-Infektion im Körper?

Das Coronavirus wird über Tröpfchen in der Atemluft übertragen. Diese gelangen beim Husten oder Niesen in die Umgebung und werden von anderen Menschen eingeatmet. Auf diese Weise landen die Erreger in der Nase, im Rachen und in der Lunge. Dort vermehren sie sich schließlich. Das Immunsystem wird aktiviert und versucht mittels sog. Fresszellen, das Virus zu bekämpfen. Schon bald beginnen die ersten typischen Symptome wie z.B. Kopfschmerzen, Husten oder Fieber.


Mit etwas Glück ist das Immunsystem stark genug, die Viren zu beseitigen und eine stärkere Erkrankung zu verhindern. In vielen Fällen aber breiten sich die Erreger rasch aus, v.a. in der Lunge. Eine Reihe von Immunzellen wird in Gang gesetzt, die zum einen die Viren eliminieren und zum anderen auch gesunde Zellen im Körper angreifen. Das kann zu verstärkten Symptomen führen.


Im weiteren Krankheitsverlauf können die Symptome sich verschlechtern oder auch abklingen. Nach ca. 1 Woche hat der Körper jedoch Antikörper gebildet, die eine Immunität für eine mögliche neue Infektion gewährleisten.

Was verursacht den Haarverlust nach einer überstandenen Corona-Infektion?

Haarausfall ist weit verbreitet, insbesondere unter Männern. Doch auch zahlreiche Frauen sind betroffen. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen allerdings um erblich bedingten oder hormonellen Haarausfall.

Dass Haarausfall nach einer Corona Erkrankung real ist, zeigen die steigenden Suchanfragen und die steigende Tendenz bei Google Trends zu diesem Thema. Fakt ist, dass es eine Reihe von Langzeitfolgen gibt, die insbesondere die Lunge und andere Organe betreffen. Der Effekt auf das Kopfhaar war bisher vielen allerdings unbekannt. Dieses Phänomen wird auch als “Telogenes Effluvium” bezeichnet.


Das Auftreten von Haarverlust nach einer Corona-Infektion kann verschiedene Ursachen haben:


Wird man mit dem Coronavirus infiziert, bringt der Körper sämtliche Ressourcen für die Bekämpfung der Viren auf. Das Haarwachstum stoppt dabei in der Ruhephase (telogene Phase) des Wachstumszyklus. Die notwendigen Stoffwechselvorgänge und Nährstoffe für ein gesundes Haarwachstum können nicht in ausreichender Form aufgebracht werden. Das führt dazu, dass auch die Haarwurzeln der auf dem Kopf befindlichen Haare unterversorgt sind und verkümmern. Ausgelöst wird das insbesondere durch krankheitsbedingten Stress oder generell durch fiebrige Erkrankungen wie z.B. Corona.


Weiterhin fand man heraus, dass der Körper in einigen Fällen so genannte Autoantikörper bildet.Dabei handelt es sich um Antikörper, die gegen körpereigenes Gewebe ankämpfen und es damit schädigen können. Wie der Begriff bereits andeutet, findet man solche Autoantikörper in der Regel bei Menschen mit Autoimmunerkrankungen. Diese Antikörper beeinträchtigen die Versorgung der Haarwurzeln über die Gefäße, weshalb diese absterben. Infolgedessen fällt das Haar verstärkt aus.

Wie lange dauert der Haarausfall nach einer Corona-Infektion an?

NDie gute Nachricht vorweg: Bei coronabedingtem Haarausfall muss nicht damit gerechnet werden, dass dieser anhält. Es handelt sich grundsätzlich um eine vorübergehende Störung des Haarwachstums und klingt wieder ab.


Ob und wann der Haarverlust jedoch einsetzt und wie lange er andauert, kann nicht verallgemeinert werden und ist von Person zu Person unterschiedlich. Nicht alle Corona-Erkrankten haben mit Haarausfall zu kämpfen. Bei den meisten Betroffenen setzt der Haarausfall rund 2 bis 4 Monate nach der überstandenen Infektion ein.


Sobald der Körper den “Auslöser” bekämpft oder überwunden hat, sollten auch die Haare anfangen wieder zu wachsen. Das kann wenige Wochen bis hin zu mehreren Monaten dauern. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, Stress zu vermeiden und sich nach der Erkrankung ausreichend zu erholen. Bis das Haar anschließend wieder nachgewachsen ist, können mehrere Monate vergehen.

Verursacht die Corona-Impfung auch Haarausfall?

Mittlerweile werden verschiedene Impfstoffe angeboten, um die Corona-Pandemie einzudämmen und schwere Krankheitsverläufe zu verhindern. Da mit der Corona-Impfung dem Körper der Bausatz für Antikörper bereitgestellt wird, kommt immer häufiger die Frage auf, ob die Impfung wie die Erkrankung ebenfalls zum Haarausfall führen kann.


Derzeit gibt es keinerlei Hinweise auf diese Art von Nebenwirkung. Es ist allerdings nicht ausgeschlossen, dass sich in sehr seltenen Fällen eine Autoimmunreaktion auf den Impfstoff z.B. in Form von Haarausfall äußern kann. Wissenschaftliche Belege hierfür gibt es bislang jedoch nicht. Auch bei anderen Impfungen ist Haarverlust nicht als typische Impfreaktion zu beobachten.

  

Häufiger werden Anzeichen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Fieber oder Müdigkeit kurz nach der Impfung dokumentiert. Dabei handelt es sich um gewöhnliche Begleiterscheinungen, die auch bei anderen Impfstoffen auftreten können.

Was kann ich tun, um den Haarverlust nach einer Corona-Infektion zu reduzieren bzw. vorzubeugen?

Für viele Erkrankte war die Corona-Erkrankung bereits eine enorme psychische und körperliche Belastung. Treten anschließend noch Langzeitfolgen wie Haarausfall auf, ist das für die Betroffenen ein enormer Stressfaktor.

An dieser Stelle gilt es Ruhe zu bewahren. Noch sind Wissenschaftler sich nicht sicher, wie genau es tatsächlich zum Haarverlust kommt. Ein Gegenmittel gibt es dementsprechend nicht. In Panik und Stress zu verfallen, kann die Genesung allerdings beeinträchtigen und damit auch das Auftreten von Langzeitfolgen wie Haarausfall begünstigen.


Um den Körper bei seiner Regeneration nach der Erkrankung zuästzlich stärken, können Nahrungsergänzungsmittel helfen. Diese unterstützen einen normalen Stoffwechsel und damit auch ein normales Haarwachstum. Dazu zählen z.B. Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren, Zink, Biotin oder Selen.


Anstelle auf Nahrungsergänzungsmittel zurückzugreifen, ist eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung eine sinnvolle Maßnahme, um nach der Erkrankung wieder auf die Beine zu kommen. Auch die Haargesundheit kann dadurch aufrechterhalten und Haarausfall als Langzeitfolge vorgebeugt werden.


Um den Körper nicht zusätzlich zu stressen, sollte nach der überstandenen Corona-Infektion auf den Konsum von Alkohol, Nikotin und anderen Drogen verzichtet werden.


Die richtige Haarpflege spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Die geschwächten Haarwurzeln und die beanspruchte Kopfhaut sollten nur mit milden Shampoos gereinigt werden. Eine zusätzliche Pflegekur wie z.B. Rezilin Basilikum-Extrakt Haarkur spendet der Kopfhaut und dem Haar reichhaltige Feuchtigkeit und versorgt sie von außen mit Nährstoffen. Dadurch kann nicht nur dem Haarausfall, sondern auch der Glanzlosigkeit und Brüchigkeit nach einer Erkrankung vorgebeugt werden.


QUELLEN

  • https://www.mdr.de/ratgeber/gesundheit/hg-haarausfall-corona-medikamente-operation-vegane-ernaehrung-100.html
  • https://esthecin.com/de/haarausfall-durch-corona/
  • Goren A., Vano-Galvan S., Wambier C.G. et al.: A preliminary observation: Male pattern hair loss among hospitalized Covid-19 patients in Spain - A potential clue to the role of androgens in Covid-19 severity. 2020.