Stressbedingter Haarausfall

NATALJA

FELSING

2. Juni, 2021

Stress als Haar-Killer: Warum bei psychischer Belastung die Haare ausfallen

Stress ist für die meisten Menschen ein fester Bestandteil im täglichen Sprachgebrauch und auch so ein alltäglicher Begleiter. Laut einer kürzlich veröffentlichten Umfrage des Versicherungsunternehmens Swiss Life leiden rund 80 Prozent der Deutschen unter Stress. Anhaltende psychische Belastung kann zahlreiche negative Symptome hervorrufen - sowohl körperlich als auch seelisch. Eine besonders tückische Erscheinung ist stressbedingter Haarausfall. Weshalb Stress Haarverlust auslöst und was man dagegen unternehmen kann, erfahren Sie hier.

haarausfall in den wechseljahren

Was ist Stress überhaupt?

Heutzutage ist Stress allgegenwärtig - es gibt kaum jemanden der nicht davon spricht, gestresst zu sein. Doch was genau ist Stress überhaupt?


Stress bezeichnet die Reaktion des Körpers und der Psyche auf unbekannte, herausfordernde oder beängstigende Situationen. Es ist ein natürlicher Prozess mit einem sinnvollen Hintergrund. Denn Stress sorgt dafür, dass sich der Mensch an Veränderungen seiner Umwelt anpassen und darauf reagieren kann.

Ausgelöst wird die Stressreaktion durch unterschiedliche Reize. Dabei kann man zwischen Sinnesreizen wie Gerüchen, Geräuschen oder Berührungen und “menschengemachten” Einflüssen wie Überforderung und Unterforderung unterscheiden. Statistisch gesehen empfinden die meisten Menschen in folgenden Situationen am meisten Stress:


• beruflicher Leistungsdruck

• Zeitdruck aufgrund von Terminen

• familiäre Probleme und Probleme mit dem Partner

• gesundheitliche Sorgen

• Kindererziehung und Haushalt

• finanzielle Schwierigkeiten


In den meisten Fällen handelt es sich nicht nur um einen stressauslösenden Faktor, sondern um mehrere die gleichzeitig und über einen längeren Zeitraum hinweg für anhaltende seelische und körperliche Belastung sorgen. Umso schwieriger ist es für Betroffene, aus diesem Kreislauf auszubrechen.

Was passiert im Körper, wenn wir gestresst sind?

Evolutionär betrachtet ist Stress dazu da, den Körper entweder in einen Flucht- oder Angriffsmodus zu versetzen. Nehmen wir über unsere Sinne eine Stresssituation wahr, werden Stresshormone Adrenalin und Cortisol freigesetzt. Diese Hormone verteilen sich blitzschnell in der Blutbahn und gelangen zu den Muskeln und Organen. Dort sorgen sie dafür, dass:


• die Atmung schneller wird

• der Puls steigt

• die Muskeln angespannt werden

• der Blutzuckerspiegel erhöht, um den Körper mit Energie zu versorgen


Diese körperlichen Reaktionen stellen die notwendigen Ressourcen dafür bereit, in Gefahrensituationen schnell mit Flucht oder Kampf zu reagieren. Das war insbesondere für unsere Vorfahren vor Millionen von Jahren wichtig.


Heutzutage sind wir Menschen solchen Überlebenskämpfen nicht mehr ausgesetzt, die Reaktion im Körper auf die gegenwärtigen Stressauslöser bleibt allerdings dieselbe. Da diese Stressfaktoren für viele Alltag und nicht nur vorübergehend sind, kann diese dauerhafte Belastung großen Schaden anrichten. Wer permanent “unter Strom” steht, riskiert Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Magen-Darm-Beschwerden und auch Haarausfall.

Wieso lässt Stress die Haare ausfallen?

Täglich verliert der Mensch rund 100 Haare und das ist auch völlig normal. Jedes Haar durchläuft einen Wachstumszyklus bevor es ausfällt und wieder zu wachsen beginnt. Dieser Wachstumszyklus kann allerdings durch den Einfluss von chronischem Stress beeinträchtigt werden.


Noch sind sich Wissenschaftler nicht sicher, welcher Mechanismus genau hinter stressbedingtem Haarausfall steckt.

Man geht davon aus, dass die anhaltende psychische Belastung dazu führt, dass mehr Botenstoffe im Gehirn ausgeschüttet werden. Dazu gehören Noradrenalin und Substanz P und NGF. Diese Botenstoffe sind für die Schmerzübertragung und für die Steuerung von Entzündungsprozessen im Körper verantwortlich. Während dieser Entzündungsprozesse werden Abwehrzellen aktiviert, die die Haarfollikel angreifen bzw. das Zellwachstum beeinträchtigen. Das führt zu verstärktem Haarausfall und mitunter zu Juckreiz auf der Kopfhaut.


Auch die Stresshormone Cortisol und Adrenalin spielen eine Rolle. Ein dauerhaft erhöhter Hormonspiegel beeinträchtigt den normalen Ablauf von Stoffwechselprozessen im Körper. Das kann sich negativ auf die Haarwurzeln und damit auf das Haarwachstum auswirken und so dünnes und ausfallendes Haar begünstigen. Gleichzeitig gelangen die Abbauprodukte von Cortisol und Adrenalin über die Blutbahn in die Kopfhaut. Diese Abbauprodukte stören den Wachstumszyklus der Haare und verursachen Haarausfall.


Haarausfall kann auch indirekt durch Stress ausgelöst werden. Wer unter chronischem Stress leidet, hat häufiger mit Magen-Darm-Beschwerden und Appetitlosigkeit zu kämpfen. In diesem Fall werden Körper oft weniger essentielle Mikronährstoffe zugeführt, als er benötigt. Diese Vitamine und Mineralien werden aber für ein gesundes Haarwachstum gebraucht, weshalb es auch an dieser Stelle zu Haarausfall kommen kann.

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Was kann ich gegen stressbedingten Haarausfall tun?

Die einzige Lösung gegen stressbedingten Haarausfall ist es, den Stress zu reduzieren. Das ist aber wohl leichter gesagt als getan. Es gibt viele verschiedene Methoden zur Stressbewältigung, doch nicht jede ist für Betroffene hilfreich. An dieser Stelle gilt es den Auslöser für die psychische Belastung auszumachen und aktiv dagegen vorzugehen.


Gerade bei beruflichem Stress ist eine Auszeit oft unumgänglich, um einen klaren Kopf zu bewahren. Manchmal hilft auch nur ein Gespräch mit dem Vorgesetzten oder ein Jobwechsel, wenn alle anderen Optionen keine Besserung versprechen.


Soziale Kontakte und der Austausch mit Freunden oder Bekannten kann dabei helfen, das Stresslevel zu senken. Oft hilft es schon, über Probleme zu reden und Zuspruch und Ratschläge zu erhalten oder zu merken, dass man nicht allein mit diesen Problemen ist.


Das Ausüben von Hobbys und Sport kann das Stressniveau ebenso reduzieren. Aktiv zu sein lenkt den Fokus auf etwas anderes und hilft, das Stressniveau zu senken. Je nach Aktivität kann Bewegung, Malen, Lesen etc. meditativ und beruhigend wirken.


Es gibt auch einige Hilfsmittel, um aktiv Stress zu reduzieren bzw. den Körper zu beruhigen. Das geht beispielsweise mit Entspannungsübungen wie autogenem Training oder einer erholsamen Massage. Auch Akupunktur-Methoden können beim Stressabbau behilflich sein. Außerdem können pflanzliche Mittel wie Bachblüten, Baldrian oder Lavendel die innere Unruhe in Zaum halten und die nervliche Belastung verringern.


Nur wer langfristig die richtigen Wege findet, um mit Stress umzugehen, kann gesundheitlichen Problemen vorbeugen. Das gilt auch für stressbedingten Haarausfall.


QUELLEN

  • Ina M. Hadshiew, Kerstin Foitzik, Petra C. Arck, Ralf Paus (2004). Burden of Hair Loss: Stress and the Underestimated Psychosocial Impact of Telogen Effluvium and Androgenetic Alopecia. The Journal of investigative dermatology, 123(3), 455-457. DOI: 10.1111/j.0022-202X.2004.23237.x
  • Janine York, Thomas Nicholson, Patricia Minors et al.: Stressful Life Events and Loss of Hair among Adult Women, a Case-Control Study. 1998.
  • va M. J. Peters ,Yvonne Müller,Wenke Snaga et al.: Hair and stress: A pilot study of hair and cytokine balance alteration in healthy young women under major exam stress. 2017.