Geheimratsecken bei Frauen: Wachsen sie je wieder nach?

NATALJA

FELSING

02. September, 2021

Geheimratsecken bei Frauen: Wachsen sie jemals wieder nach?

Volles und gepflegtes Haar ist für Männer und Frauen gleichermaßen ein wichtiges Attraktivitätsmerkmal. Doch nicht jeder ist mit dickem, vollem Haar gesegnet. Besonders lästig sind dabei die sogenannten Geheimratsecken, die vor allem bei hochgestecktem Haar stark auffallen. Während die Geheimratsecken bei Männern das erste Anzeichen für erblich bedingten Haarausfall sind, müssen Frauen noch lange keinen Haarverlust befürchten. Dennoch schämen sich viele für die kahlen Stellen und suchen nach einer Lösung.

Geheimratsecken bei Frauen

Was sind die Ursachen für Geheimratsecken?

Geheimratsecken sind kahle Stellen, die sich beidseitig am Haaransatz oberhalb der Schläfen befinden. Hauptsächlich sind es Männer, die von Geheimratsecken betroffen sind. Sie sind meist der Beginn eines großflächigen Haarverlustes - der androgenetischen Alopezie. Diese stellenweise Lichtung des Haaransatzes kann jedoch auch Frauen betreffen.

Innere Einflüsse

Die Hauptursache für die Entstehung von Geheimratsecken ist eine genetische Veranlagung, die eine Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber dem Dihydrotestosteron verursacht. Dihydrotestosteron (DHT) ist die aktive Form des männlichen Geschlechtshormons Testosteron und sorgt bei einer erblich bedingten Überempfindlichkeit dafür, dass die Haarwurzeln verkümmern und das Haar schließlich ausfällt.


Eine Störung im hormonellen Gleichgewicht trägt insbesondere bei Frauen dazu bei, dass der Östrogenspiegel relativ zum Testosteronspiegel sinkt und die männlichen Geschlechtshormone einen größeren Einfluss haben. Das ist vor allem in den Wechseljahren der Fall, wenn die Östrogenproduktion altersbedingt abnimmt. In diesem Lebensabschnitt klagen Frauen über diverse Symptome und häufig zählt dazu auch ein Ausdünnen der Haare sowie die Bildung von Geheimratsecken.


Hormonschwankungen können zudem durch das Einnehmen bzw. Absetzen der Antibabypille oder durch eine Schwangerschaft ausgelöst werden. Aus diesem Grund klagen auch häufig junge Frauen über Geheimratsecken.

Bestimmte Krankheitsbilder wie z.B. Schilddrüsenerkrankungen sowie die Einnahme bestimmter Medikamente sind ebenfalls bekannt dafür, Haarverlust zu begünstigen.

Äußere Einflüsse

Wenn Geheimratsecken ohne einen Hinweis auf hormonelle Veränderungen entstehen, können auch äußere Auslöser eine Rolle spielen. Für ein gesundes Haarwachstum sind Vitamine und Mineralstoffe nötig. Wird der tägliche Bedarf an Mikronährstoffen nicht gedeckt, entsteht ein Mangel. Das beeinträchtigt Wachstums- und Stoffwechselprozesse im Körper, die u.a. auch für das Haarwachstum verantwortlich sind. Die ohnehin schon empfindlichen Haarwurzeln an den Schläfen werden nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt und das Haar beginnt sich zu lichten. Dieses Problem kann bei einer einseitigen und unausgewogenen Ernährungsweise auftreten oder auch bei Radikal-Diäten.


Ein weiterer Risikofaktor ist Stress. Permanenter psychischer Druck sorgt für eine dauerhafte Anspannung im Körper und die ständige Ausschüttung von Stresshormonen. Diese greifen in den normalen Ablauf der Körperfunktionen ein und blockieren sie. Das kann zu verschiedenen Beschwerden und auch zu plötzlichem Haarausfall führen.


Auch durch mechanische Einwirkung können Geheimratsecken entstehen. Wer sein Haar täglich in einem festen Zopf oder Dutt trägt, beansprucht die Kopfhaut und die Haarwurzeln stark. Die stundenlange Spannung im Bereich der Schläfen kann dazu führen, dass die Haare abbrechen bzw. komplett ausfallen.

Wann entstehen Geheimratsecken bei Frauen?

Geheimratsecken können je nach Ursache jederzeit entstehen. Bei Männern, die unter erblich bedingtem Haarausfall leiden, können die ersten Anzeichen für kahle Stellen bereits im jungen Erwachsenenalter zwischen 20 und 30 Jahren auftreten. Mit den Jahren verschiebt sich bei ihnen der Haaransatz immer weiter nach hinten.


Bei Frauen ist die Entstehung von Geheimratsecken eher durch hormonelle Schwankungen z.B. aufgrund einer Schwangerschaft bedingt. Daher gibt es auch kein bestimmtes Alter, in welchem der Haaransatz sich lichtet. Der Haarverlust kann plötzlich eintreten und genau so schnell wieder verschwinden, da er von verschiedenen inneren und äußeren Faktoren abhängt.

Wie können Geheimratsecken vorgebeugt werden?

Leidet eine Frau unter Geheimratsecken, so liegt dem oft eine umkehrbare Ursache zugrunde. Mit den richtigen Maßnahmen und Mitteln kann die Entstehung der kahlen Stellen vorgebeugt bzw. minimiert werden.


Koffein eignet sich sehr gut zur Vorbeugung und Behandlung von Geheimratsecken. In Form von Haarkuren, Tinkturen oder Shampoos können sie direkt auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Koffein regt die Zellteilung in den Haarwurzeln an und fördert die Durchblutung. Das kann das Haarwachstum anregen und die Haarwurzel stärken.


Ein weiteres bekanntes Mittel um Haarausfall zu reduzieren ist Minoxidil. Dabei handelt es sich um einen apothekenpflichtigen Stoff, der direkt auf die Kopfhaut aufgetragen und einmassiert wird. Dort erweitert er die Blutgefäße und kann erfolgreich das Haarwachstum fördern. Minoxidil wird hauptsächlich bei erblich bedingtem Haarausfall eingesetzt und kann mit verschiedenen Nebenwirkungen einhergehen. Daher ist das Mittel mit Vorsicht zu genießen und sollte z.B. in der Schwangerschaft nicht angewendet werden.


Eine natürliche Alternative bietet das Rezilin Basilikum-Extrakt. Die enthaltenen natürlichen Öle spenden der Kopfhaut und dem Haar langanhaltend Feuchtigkeit und versorgen sie mit Nährstoffen. Der enthaltene Wirkstoff aus Basilikum kann zudem das Zellwachstum stimulieren und nicht krankheitsbedingtem Haarausfall vorbeugen. Es kann während der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden und ist aufgrund der naturbasierten Formulierung auch bei einer empfindlichen Kopfhaut sehr gut geeignet.


Um Geheimratsecken durch Mangelerscheinungen vorzubeugen, sollte zudem auf einen gesunden Lebensstil geachtet werden. Eine gesunde und vitaminreiche Ernährung stellt dem Körper alle benötigten Ressourcen zur Verfügung, die für gesundes und glänzendes Haar sorgen. Gesunder Lebensstil bedeutet auch, Stressfaktoren und langanhaltende psychische Belastungen sowie Genussgifte wie Alkohol und Drogen zu vermeiden.

Wie können Geheimratsecken kaschiert werden?

Ist das Haar erst einmal ausgefallen, dauert es eine Weile, bis es wieder nachgewachsen ist. Für Frauen können die kahlen Stellen eine enorme Belastung darstellen und aus darum kann es helfen, die Geheimratsecken in der Zwischenzeit zu kaschieren.


Bereits eine vorteilhafte Frisur kann den lichten Haaransatz verdecken. Ein fransiger Pony oder lange Stufen, die das Gesicht umrahmen, kaschieren die Geheimratsecken geschickt. Auch mithilfe von Haarbändern können unvorteilhafte Stellen zeitweise verdeckt werden.


Eine weitere Möglichkeit die kahlen Stellen zu verdecken ist Streuhaar. Dabei handelt es sich um eine Art faseriges Puder, welches abgestimmt auf die eigene Haarfarbe direkt auf den Haaransatz aufgesprüht oder aufgeblasen wird. Dadurch können sowohl graue Haare als auch Geheimratsecken in nur wenigen Sekunden kaschiert werden.

Wachsen Geheimratsecken wieder nach?

Sobald die Haare ausfallen, macht sich bei den Betroffenen oft Verzweiflung breit. Doch Geheimratsecken bei Frauen sind in den meisten Fällen nicht von Dauer. Sobald der Auslöser ausfindig gemacht wurde, kann der Haarverlust mit gezielten Mitteln verringert werden. Oft braucht es etwas Geduld, bis die ersten Haare nachwachsen. So muss sich nach einer Schwangerschaft der Hormonspiegel zunächst wieder einpendeln, was einige Monate dauern kann. Bei einem Vitaminmangel muss der Mangel zunächst durch eine ausgewogene Ernährung oder Nahrungsergänzungsmittel ausgeglichen werden, was ebenfalls mehrere Wochen in Anspruch nehmen kann. Zusätzlich können Pflegeprodukte und spezielle Mittel gegen Haarausfall das Ausmaß der Geheimratsecken verringern und das Wachstum neuer Haare unterstützen.


Im Falle von erblich bedingtem Haarausfall hingegen ist die Wahrscheinlichkeit deutlich geringer, dass die Haare wieder nachwachsen. Der Haarverlust kann dann nur durch die permanente Anwendung von Minoxidil oder Finasterid hinausgezögert werden. Als letzter Schritt bleibt oft nur eine Haartransplantation.


QUELLEN

  • Wolfgang Raab: Androgenetische Alopezie. 2012.
  • Kevin R. Brough, Rochelle R. Torgerson: Hormonal therapy in female pattern hair loss. 2017.
  • Mia J. Bertoli, Roxanna Sadoughifar, Robert A. Schwartz, Torello M. Lotti, Camila K. Janniger: Female pattern hair loss: A comprehensive review. 2020.