Minoxidil: So gefährlich sind die Nebenwirkungen!

LAURA LINDEMANN

20. Juli, 2021

Minoxidil gegen Haarausfall: Sind die Nebenwirkungen gefährlich?

Vermeintliche Wundermittel gegen Haarausfall gibt es viele. Tabletten, Kapseln, Shampoos, Tinkturen… die Auswahl ist groß. Zu den bekanntesten Arzneimitteln gegen den Haarausfall zählt Minoxidil. Ebenso bekannt wie für seine Wirkung ist es aber auch für die Nebenwirkungen. Sind diese tatsächlich so gefährlich? Mit welchen Nebenwirkungen muss man rechnen und stimmt es, dass Minoxidil Potenzprobleme auslösen kann? Wir klären die wichtigsten Fragen rund um Minoxidil!

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Minoxidil gilt als wirksam gegen Haarausfall. Doch wie gefährlich sind die damit verbundenen Nebenwirkungen?

Was ist Minoxidil?

Minoxidil gibt es seit den 70er Jahren. Ursprünglich wurde das Arzneimittel zur oralen Behandlung von Bluthochdruck entwickelt. Eine der häufigen Nebenwirkungen war hier der verstärkte Haarwuchs. Aufgrund dieser Erkenntnis begann die Pharmaindustrie, äußerlich anwendbare Minoxidil-Mittel zur Behandlung von Haarausfall zu entwickeln.


Mit großem Erfolg: Die in der Apotheke erhältlichen Minoxidil-Produkte zählen heute zu den meistverkauften Produkten gegen Haarausfall. Gegen Bluthochdruck wird Minoxidil aufgrund der starken Nebenwirkungen mittlerweile nur noch eingesetzt, wenn andere Medikamente keine ausreichende Wirkung erzielen.

Wie wirkt Minoxidil gegen Haarausfall?

Die Wirkung von Minoxidil gegen Haarausfall konnte wissenschaftlich nachgewiesen werden. Das bezieht sich aber hauptsächlich auf den Verlauf der anlagebedingten Glatzenbildung, nicht jedoch auf Geheimratsecken bzw. im Schläfenbereich. Weiter unklar ist auch, wie genau der Wirkmechanismus funktioniert. Hierzu gibt es verschiedene Theorien.


Es wird vermutet, dass die geweiteten Blutgefäße dafür sorgen, dass die Nährstoffversorgung der Haarfollikel verbessert wird. Die Bildung von kräftigem, gesundem Haar wird so gefördert.

Eine weitere Annahme ist, dass das Minoxidil die Wachstumsphase der Haare verlängern kann. Minoxidil erhöht ein bestimmtes Enzym im Haarfollikel und verlängert dessen Wachstumsphase.


Manche Forscher*innen vermuten, dass das Mittel die Bildung von Blutgefäßen fördert, wodurch diese ebenfalls durchlässiger werden. Zusätzlich sollen mehr Wachstumsfaktoren im Gewebe vorhanden sein. Das fördert beides das Wachstum der Haarwurzel.


Nicht zuletzt wird auch angenommen, dass Minoxidil in der Lage ist, Haarfollikel zu vergrößern, die aufgrund von Hormonen geschrumpft sind.

Für wen eignet sich Minoxidil?

Minoxidil eignet sich nur zur Behandlung von erblich bedingtem / hormonellem Haarausfall (androgenetischeAlopezie). Es kann sowohl von Frauen, als auch von Männern angewendet werden. Die größte Wirksamkeit erzielt es anscheinend bei Männern im Alter von 18-49 Jahren. Von Minderjährigen sollte Minoxidil nicht angewendet werden.


Je früher die Therapie mit Minoxidil begonnen wird, desto größer ist die Erfolgswahrscheinlichkeit. Das Mittel muss jedoch dauerhaft angewendet werden, damit es den Haarausfall verlangsamen kann. Sobald die Therapie ausgesetzt wird, stellt sich der ursprüngliche Zustand wieder ein und die Haare beginnen wieder, auszufallen.

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Welche Minoxidil Produkte gibt es?

Am bekanntesten ist Minoxidil unter dem Handelsnamen Regaine (in den USA: Rogaine). Weitere Minoxidil-Produkte, die in Deutschland zu kaufen sind, sind Alopexy und Minoxicutan.


Meist gibt es Varianten für Männer und Frauen zu kaufen. Das liegt daran, dass eine unterschiedliche Dosierung von Minoxidil benötigt wird. Frauen sprechen Studien zufolge besser auf den Wirkstoff an, weshalb die erwünschte Wirkung bei Frauen meist schon bei einer 2%-Dosierung erreicht, während bei Männern 5% Minoxidil zum Einsatz kommt.

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Wie wird Minoxidil angewendet?

Eine konsequente Anwendung ist die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung. Die Anwendung sollte fest in den Alltag integriert werden. Ein Minoxodil-Präparat sollte dabei für mindestens 3 Monate angewendet werden, um die volle Wirksamkeit zu gewährleisten. Minoxidil muss dauerhaft angewendet werden.


Minoxidil gibt es als Schaum oder Lösung. Ein Schaum ist meist leichter anzuwenden und verträglicher, hat aber auch den Nachteil, dass er in langen Haaren eher kleben bleibt und nicht an die Kopfhaut gelangt. In den Haaren zeigt das Minoxidil keine Wirkung, nur auf der Kopfhaut. Schaum und Lösung sind dabei gleich wirksam.


Das Minoxidil wird nach Empfehlung des jeweiligen Herstellers aufgetragen. Meist bedeutet das: zweimal am Tag, überall dort, wo das Haar lichter wird. Nach der Anwendung sollte das Mittel kurz einwirken, bevor die Haare gestylt oder geföhnt werden. Im Anschluss an die Behandlung darf die Kopfhaut meist für mehrere Stunden nicht nass werden, die Haare sollten in dieser Zeit also nicht gewaschen werden.

Sind die Minoxidil Nebenwirkungen gefährlich?

Generell gilt Minoxidil bei der äußeren Anwendung als gut verträglich. Das Medikament ist in Apotheken frei verkäuflich und nicht rezeptpflichtig. Jedoch gelangen auch bei der Anwendung auf der Kopfhaut kleine Mengen des Wirkstoffs in die Blutbahn, wodurch Nebenwirkungen ausgelöst werden können.


Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Minoxidil zählen:

  • Kopfschmerzen
  • Juckreiz
  • Hautrötung
  • vermehrte Körper- oder Gesichtsbehaarung
  • Blutdruckprobleme

Auch Überempfindlichkeitsreaktionen können nicht ausgeschlossen werden.
In Foren kursieren außerdem verschiedenste Nebenwirkungen wie beispielsweise Potenzstörungen. Dass diese von Minoxidil ausgelöst werden, ist jedoch unwahrscheinlich und nicht nachgewiesen.

Kommt es durch Minoxidil zu Haarausfall?

Etwa 6-8 Wochen nach Anwendungsbeginn kann es dazu kommen, dass vermehrt Haare ausfallen. Alte Haare werden von den kräftigeren nachwachsenden Haaren abgestoßen. Dieses sogenannte Shedding ist ein Zeichen dafür, dass die Haarwurzeln auf die Behandlung ansprechen. Nach etwa 10 Wochen klingt der Haarausfall wieder ab und erste Ergebnisse sollten sichtbar werden. 

Verstärkt sich der Haarausfall, wenn Minoxidil abgesetzt wird?

Wird das Minoxidil wieder abgesetzt, gehen die neu gewonnenen Haare nach und nach wieder aus. Nach etwa 3 bis 4 Monaten ist dann der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt. Dass der Haarausfall sich nach dem Absetzen von Minoxidil verstärkt, ist nicht nachgewiesen. 

Minoxidil Alternative: Rezilin

Insbesondere aufgrund der starken Nebenwirkungen und der Erstverschlimmerung sind viele auf der Suche nach einer Minoxidil Alternative. Rezilin kann den nicht krankheitsbedingten Haarausfall auf schonende Weise beheben und für gesundes, glänzendes Haar sorgen. Nebenwirkungen treten dank der natürlichen Inhaltsstoffe äußerst selten auf.


QUELLEN

  • Aktories, K., Förstermann, U., Starke, K. & Hofmann, F.B. (2013). Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie (11. Auflage). Urban & Fisher. 
  • Borsch, J. (2016, 11. August). Nur Finasterid und Minoxidil helfen gegen den Kahlschlag. DAZ.online. https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2016/08/11/nur-finasterid-und-minoxidil-helfen-gegen-den-kahlschlag
  • Buck, T. (2018). Haarige Aussichten: Frühzeitiger Therapiebeginn und gute Adhärenz retten Haarfollikel. Deutsche Apotheker Zeitung 14, 28.
  • Johnson & Johnson GmbH (2014). Fachinformation Regaine Männer.
  • Messenger, A.G. & Rundegren, J. (2004). Minoxidil: mechanisms of action on hair growth. British Journal of Dermatology, 150(2), 186-194. https://doi.org/10.1111/j.1365-2133.2004.05785.x
  • Rossi, A. et al. (2012). Minoxidil Use in Dermatology, Side Effects and Recent Patents. Recent Patents on Inflammation & Allergy Drug Discovery, 6(2), 130-136.