Haare an der Luft trocknen ohne Frizz: 5 Tipps!

Haare an der Luft trocknen ohne Frizz: 5 Tipps!

Redaktion, 12. JULI 2022

Haare an der Luft trocknen ohne Frizz

Lufttrocknen soll gesund sein, aber Frizz sieht auch nicht gerade schön aus.

Dass der heiße Föhn nicht gut für die Haare und die Kopfhaut ist, ist kein Geheimnis. Also sollte man die Haare am besten hin und wieder an der Luft trocknen lassen. Doch beim Lufttrocknen wartet bereits das nächste Problem: Frizz! Die Haare verlieren ihren Glanz und hängen überwiegend platt am Kopf herunter. Und der Rest kräuselt sich unschön und lässt sich nicht bändigen. Gesund und schön sehen die Haare also auch nicht aus. Wir verraten in diesem Artikel 5 Tipps, wie man eine frizzige Mähne vom Lufttrocknen vermeiden kann!

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Wie entsteht Frizz?

Unter dem englischen Begriff Frizz versteht man so viel wie “krauses Haar”. Die Haare kräuseln sich, verlieren oft an Glanz und sehen strohig aus. Grundsätzlich haben Menschen mit lockigen Haaren schneller Frizz, doch auch bei glatten Haaren können die einzelnen Haare unbändig vom Kopf abstehen, wenn die Haarstruktur angegriffen wurde.

Die äußere Schicht der Haare (Cuticula) bezeichnet man auch als Schuppenschicht. Sie besteht aus mehreren Lagen und schließt sich schuppenartig um die darunter liegende Faserschicht. Eine intakte Schuppenschicht bildet eine glatte, geschlossen Schicht, die das Haar vor äußeren Einflüssen schützt. Einwirkungen wie die UV-Strahlung oder das Hitzestyling sorgen mit der Zeit jedoch dafür, dass die Schuppenschicht aufgeraut wird. Durch die poröse Oberfläche geht in Folge Feuchtigkeit verloren. Um diesen Feuchtigkeitsverlust zu kompensieren, ziehen die Haare sich die Feuchtigkeit aus der Umgebung. Gelangt die Feuchtigkeit unter die Schuppenschicht, kräuselt sich das Haar und es entsteht Frizz. Ein anschauliches Beispiel ist Regenwetter, durch das auch glattes Haar beginnt, sich zu kräuseln.

Generell ist Frizz ein Ergebnis trockener Haare. Begünstigt wird Trockenheit und Frizz vor allem durch:

  • Sonne
  • Heizungsluft
  • Hitzestyling (z.B. föhnen, glätten)
  • elektrostatische Aufladung (z.B. durch Mützen, Schals, Rollkragenpullover)
  • chemische Behandlungen (z.B. Dauerwelle)
  • ungeeignete Pflege
  • häufiges Haarewaschen

Ist es gesünder, die Haare lufttrocknen zu lassen?

Die Meinungen zum Thema Föhnen und Haargesundheit gehen auseinander. Einerseits werden die Haare durch zu viel Hitze definitiv geschädigt und die Kopfhaut ausgetrocknet. Aber ist es gesünder, die Haare lufttrocknen zu lassen?

Eine koreanische Studie hat sich mit dem Haaretrocknen auseinandergesetzt. Es wurden vier Gruppen gebildet die ihre Haare unterschiedlich trocknen ließen:

  • Gruppe 1: Vollständiges Lufttrocknen bei einer Raumtemperatur von 20 Grad vollständig lufttrocknen.
  • Gruppe 2: Föhnen für 60 Sekunden mit einer Temperatur von 47 Grad und einem Abstand von 15 Zentimetern
  • Gruppe 3: Föhnen für 30 Sekunden mit einer Temperatur von 61 Grad und einem Abstand von 10 Zentimetern
  • Gruppe 4: Föhnen für 15 Sekunden bei einer Temperatur von 95 Grad und einem Abstand von 5 Zentimetern

Wenig überraschend: Insbesondere bei hoher Temperatur und wenig Abstand schädigt das Föhnen die Haare mehr.
Doch tatsächlich kam auch das bloße Trocknen an der Luft gar nicht so gut weg. Haare sind aufgrund ihrer Struktur im nassen Zustand sehr empfindlich und brechen leichter ab, da verstärkt Druck ausgeübt wird. Lässt man die Haare nun lufttrocknen, sind sie länger im empfindlichen Zustand und können schneller abbrechen. Tatsächlich ist Föhnen auf geringer Temperatur und mit mehr Abstand daher weniger schädlich.

Der Studie zufolge ist es am gesündesten, wenn man die Haare an der Luft trocknen lässt, bis sie nur noch feucht sind. Dann kann man sie auf kalter Temperatur mit kontinuierlicher Bewegung föhnen (Abstand: 15 Zentimeter). Das dauert zwar länger, schont die Haare aber.

Warum verhindert Föhnen Frizz?

Wer unter Frizz leidet wird vermutlich schon festgestellt haben, dass die Haare nach dem Föhnen deutlich weniger Frizz bilden, als wenn man sie an der Luft trocknen lässt. Einerseits schadet das Föhnen der Schuppenschicht, gleichzeitig kann der Föhn aber auch Frizz verhindern.

Lässt man die Haare an der Luft trocknen, bleibt die Schuppenschicht geöffnet und kann Feuchtigkeit aufnehmen. Die Haare plustern sich auf und es kommt zu Frizz. Das Föhnen hingegen schließt die Schuppenschicht und die Haare reagieren weniger auf die Luftfeuchtigkeit der Umgebung.

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Haare an der Luft trocknen ohne Frizz: 5 Tipps!

Damit reines Lufttrocknen gesünder ist als das Föhnen und die Haare trotzdem schön aussehen, sollte man sich die nachfolgenden Grundsätze und Tipps vom Profi auf jeden Fall zu Herzen nehmen.

1. Zum Waschen ein feuchtigkeitsspendendes Shampoo verwenden

Trockenheit ist der Hauptgrund für Frizz. Häufige Haarwäschen trocknen die Haare aus, weswegen man das Haar am besten nur alle 2 bis 3 Tage waschen sollte. Grundsätzlich sollte man beim Waschen auf ausreichend Feuchtigkeit achten. Auf Shampoos mit austrocknenden Inhaltsstoffen (z.B. Alkohole, Sulfate, Silikone) sollte man bei der Haarwäsche lieber verzichten. Stattdessen sollte man Produkte verwenden, die dem Haar die dringend notwendige Feuchtigkeit spenden. Gut geeignet sind hier Inhaltsstoffe wie z.B. Aloe Vera, Panthenol, Hyaluronsäure oder Hibiskus. Auch ein reichhaltiges Anti-Frizz-Shampoo, das die fehlenden Öle zurückgibt, ist empfehlenswert.

2. Ein Mikrofaser-Handtuch verwenden

Ein beliebter Fehler, der die Haare ruiniert: Das Haar nach dem Waschen mit einem Frottee-Handtuch trocken rubbeln. Das sorgt nicht nur für Frizz, sondern kann vor allem auch Haarbruch und Spliss verursachen. Für eine gesunde, lange Mähne ist das definitiv kontraproduktiv! In erster Linie sollte man das Haar also keinesfalls trocken reiben oder rubbeln. Das raut die Haarstruktur unschön auf. Anstelle die Haare gründlich trocken tupfen und dafür am besten ein Mikrofaser-Handtuch nutzen - das ist weniger rau und die Haarstruktur wird beim Trocknen geglättet.

3. Leave-In Pflege nicht vergessen!

Ein Conditioner ist für glänzende, seidige Haare unverzichtbar. Wer die Haare an der Luft trocknen lassen möchte, sollte am besten Leave-In-Produkte verwenden. Die Produkte, die in die feuchten Haare eingearbeitet werden, versorgen die Haare mit wichtigen Nährstoffen, helfen beim Entwirren und versiegeln das Haar. Dadurch, dass die Produkte nicht ausgewaschen werden, bleiben die nährenden Wirkstoffe bis zur nächsten Haarwäsche in den Haaren. Am besten eine kleine Menge in den Längen und Spitzen verteilen und die Haare danach in Ruhe lassen. Häufiges Anfassen oder starkes Kneten begünstigt Frizz.

4. Nasse Haare nicht bürsten

Wer Schäden vermeiden möchte, sollte die Haare im nassen Zustand nicht bürsten. Durch den Druck und die Reibung kann die Haarfaser zerstört werden. Um die Längen zu entwirren, kann man zu einem grobzinkigen Kamm greifen und zuerst die Spitzen kämmen und dann nach oben hocharbeiten. Das verringert Haarbruch und Spliss. Anstelle des Kamms kann man auch spezielle Kunststoffbürsten benutzen, die die Mähne sanft entwirren.

5. Das Haar im nassen Zustand stylen

Im nassen Zustand lässt sich das Haar besonders gut in Form bringen. Stylingprodukte wie Styling Cream oder Schaumfestiger geben Struktur und Halt und verhindern Frizz. Beim lockigen Haartyp sollte man darauf am besten nicht verzichten.

Auch locker geflochtene Zöpfe sorgen für Textur und sanfte Locken. Wichtig hier: Nicht zu fest fixieren.

Was hilft noch gegen Frizz?

Haare an der Luft trocknen ohne Frizz erfordert zwar ein bisschen Übung, ist aber mit den Tipps durchaus machbar. Doch egal, ob man die Haare lufttrocknen lässt oder den lauwarmen Föhn nutzt, manchmal macht sich Frizz trotzdem bemerkbar. Wir verraten Tipps für den Alltag, um die gekräuselte Mähne zu kontrollieren!

  • Haare öfter am Tag bürsten: Im trockenen Zustand hat Bürsten gleich mehrere positive Auswirkungen. Einerseits entwirrt es die Haare und verhindert so Schäden der Schuppenschicht. Andererseits verteilt es den Talg vom Ansatz in den Längen und sorgt so für Geschmeidigkeit und Glanz. Durch die Massage der Kopfhaut wird außerdem die Durchblutung angeregt, was sich förderlich auf das Haarwachstum auswirken kann!
  • Alkoholfreies Haarspray benutzen: Hohe Luftfeuchtigkeit sorgt schnell dafür, dass die geschädigten Haare sich kräuseln. Wer das verhindern möchte, sollte die Schuppenschicht mit Haarspray versiegeln. Dabei unbedingt auf ein Produkt ohne Alkohol achten, da Alkohol die Kopfhaut und das Haar austrocknet und so Frizz fördert.
  • Auf Seide schlafen: Ein Kopfkissenbezug aus Seide verhindert nicht nur Haarbruch, sondern auch eine widerspenstige Mähne nach dem Aufstehen. Seide hat eine weichere Oberfläche als Baumwolle und schützt so vor elektrostatischer Reibung. Ein netter Nebeneffekt: Die weiche Seide verhindert auch Knitterfältchen am Morgen.
  • Die Haare nicht vor dem Schlafengehen waschen: Mit feuchten Haaren schlafen zu gehen ist keine gute Idee, wenn man krauses und kaputtes Haar verhindern möchte. Über Nacht verknoten die Haare und werden durch die Reibung unnötig strapaziert. Also die Haare lieber am Morgen waschen oder mit dem Zubettgehen warten, bis sie vollständig getrocknet sind.
  • Shampoo mit dem richtigen pH-Wert wählen: Der pH-Wert gibt an, ob eine Lösung sauer oder basisch ist. Der pH-Wert der (Kopf-)Haut ist mit 5.5 leicht sauer. Hat ein Shampoo oder ein Stylingprodukt nun einen deutlich höheren, basischen pH-Wert kann das für Irritationen sorgen und die Kopfhaut austrocknen. Auch für die Haare ist ein basischer pH-Wert ungünstig: Er erhöht die Reibung zwischen den Haarfasern, wodurch Haarbruch und Frizz gefördert wird. Am besten ist ein Shampoo mit einem sauren pH-Wert (0 bis 5.5).

Fazit

Sind die Haare kraus, spröde und glanzlos, fehlt ihnen vor allem Feuchtigkeit. Frizz ist das Resultat einer geschädigten Schuppenschicht, die normalerweise das Haar verschließt und für eine glatte Oberfläche sorgt. Ist sie beschädigt, verliert das Haar an Feuchtigkeit und steht ab. Um das zu verhindern, muss man den Haaren Feuchtigkeit zuführen. Tatsächlich ist das Föhnen unter bestimmten Bedingungen besser gegen Frizz als die Haare an der Luft trocknen zu lassen. Doch mit einer abgestimmten Pflegeroutine kann man auch ohne Frizz lufttrocknen. Grundsätzlich verzichten sollte man auf häufiges Hitzestyling und raue Handtücher aus Baumwolle. Selbstgemachte Masken können die Haare pflegen, ebenso wie hochwertige Haaröle und Leave-In-Produkte.


QUELLEN

  • Dias, M.F.R.G, de Almeida, A.M., Cecato, P.M.R, Adriano, A.R. & Pichler, J. (2014). The Shampoo pH can Affect the Hair: Myth or Reality? International Journal of Trichology, 6(3), 95-99. DOI: 10.4103/0974-7753.139078
  • Lee, Y. et al. (2011). Hair Shaft Damage from Heat and Drying Time of Hair Dryer. Annals of Dermatology, 23(4), 455-462.