Hausmittel gegen Schuppen: Das sind die Retter in der Not

Hausmittel gegen Schuppen: Das sind 5 Retter in der Not

Redaktion, 10. NOVEMBER 2022

Hausmittel gegen Schuppen
Vor allem im Sommer leiden die Haare und werden strohig und brüchig.

Bei manchen Menschen fällt das ganze Jahr über Schnee - aber nicht draußen, sondern auf dem Kopf. Betroffene schämen sich für ihre Kopfschuppen. Sie erwecken oftmals einen ungepflegten Eindruck, obwohl die meisten gar nichts dafür können und gerade wegen der Schuppen sehr viel Wert auf die Pflege der Kopfhaut legen. Und es scheint für viele schier unmöglich, dieses unangenehme Problem in den Griff zu bekommen. Wenn aus der Drogerie und Apotheke nichts hilft, dann können Hausmittel der Retter in der Not sein und das Schuppenproblem beseitigen.

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Haarausfall bei Frauen: Dieses Hausmittel hilft

Anstelle den Haarausfall mit verschreibungspflichtigen Mitteln zu bekämpfen, die starke Nebenwirkungen haben, vertrauen viele Betroffene auf die Kraft der Hausmittel. Richtig ausgewählt und angewendet können Hausmittel wirksame Helfer im Kampf gegen das dünner werdende Haar sein. 

Was sind Schuppen?

Hautschuppen sind etwas vollkommen normales. Jeder Mensch verliert tagtäglich eine ganze Menge davon, ohne es überhaupt zu merken. Das liegt daran, dass sich die Haut zyklisch ca. alle 4 Wochen erneuert und alte, abgestorbene Hautschuppen abgestoßen werden - so auch auf der Kopfhaut.

Schuppen sind nichts anderes als tote Hautzellen der Hornschicht, also der obersten Hautschicht. Die Hautschüppchen sind grundsätzlich harmlos, bei einigen Menschen entstehen aus unterschiedlichen Gründen aber besonders viele Kopfschuppen. Diese sind dann deutlich im Haaransatz und den Längen in Form von winzigen weißen Pünktchen sichtbar.

Unser Tipp bei trockener Kopfhaut

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Was sind die Ursachen von Schuppen?

Schuppen hat jeder Mensch, doch in einem gesunden Umfang sind die Hautzellen nur selten auf dem Kopf erkennbar. Sind die Haare mit Schüppchen übersät, liegt ein Problem vor und für dieses Problem kommen verschiedene Ursachen in Frage.

Hormonelle Veränderungen

Wenn Schuppen vorher nie ein Thema waren und nun plötzlich auftreten, dann kann das ein Indiz für eine hormonelle Veränderung sein. Fettige Schuppen treten z.B. häufig bei Pubertierenden auf. Das liegt daran, dass die Talgproduktion in dieser Lebensphase Fahrt aufnimmt durch die männlichen Hormone Testosteron und Dihydrotestosteron. Infolgedessen wird besonders viel Talg über die Poren in der Kopfhaut abgesondert. Dadurch fettet die Kopfhaut schnell nach und das führt vermehrt zu fettigen Kopfschuppen.


Trockene Kopfschuppen hingegen sind bei vielen Frauen in den Wechseljahren ein Problem. In dieser Phase sinkt der Östrogenspiegel ab. Östrogene sind wichtig für die Durchfeuchtung der Haut, da sie die Bildung Kollagen und Hyaluronsäure stimulieren. Sinkt der Anteil der weiblichen Hormone plötzlich ab, wird die Kopfhaut anfälliger für Trockenheit und damit auch für Schuppenbildung. Das betrifft z.B. auch Frauen nach der Geburt, da der Hormonspiegel durcheinander gerät.

Stress

Stress setzt Stresshormone frei. Unter den Stressreaktionen des Körpers leidet auch die Haut. Einerseits kurbelt Stress die Talgproduktion an. Dadurch fettet die Kopfhaut stärker nach und es entstehen gelbliche Fettschuppen. Andererseits kann Stress auch das Gegenteil bewirken. Andauernder Stress greift die Hautbarriere an. Dadurch verliert die Haut Feuchtigkeit und trocknet aus. Auf der Kopfhaut führt das zu Juckreiz und Schüppchenbildung.

Falsche Pflege

Schuppen auf der Kopfhaut sind in vielen Fällen das Resultat falscher Pflege und Überpflegung. Oft reagiert die Kopfhaut sehr empfindlich auf die in Shampoos enthaltenen Tenside. Sie greifen die Schutzbarriere der Haut an und trocknen die Kopfhaut aus, insbesondere wenn das Haar täglich gewaschen wird. Spezielle Anti Schuppen Shampoos, die eigentlich von Schuppen befreien sollen, verursachen oftmals noch mehr Schuppen. Auch heißes Waschen, heißes Föhnen und Stylingprodukte wie Haarspray greifen die Kopfhaut bei täglicher Anwendung an und verstärken die Schuppenbildung.

Ernährung

Die Art und Weise, wie man sich ernährt, hat auch Auswirkungen auf die Schuppenbildung. Eine reichhaltige und ausgewogene Kost mit essentiellen Vitaminen trägt zu einer gesunden und gut durchfeuchteten Kopfhaut bei. Eine einseitige und vitaminarme Kost hingegen fördert eine trockene Kopfhaut und damit auch die Entstehung einer schuppigen Kopfhaut. Wenn wichtige Nährstoffe fehlen, verlangsamen sich Erneuerungsprozesse und Stoffwechselprozesse. Feuchtigkeit aus der Haut geht verloren und immer mehr Haarschuppen lösen sich und rieseln vom Kopf. 

Krankheiten

Schuppen können auch im Zuge verschiedener Erkrankungen entstehen. Bei fettigen Schuppen gepaart mit einer nässenden und fettigen Kopfhaut sowie Juckreiz handelt es sich in vielen Fällen um eine Pilzinfektion. Schuld daran ist ein Hefepilz, der natürlicherweise auf der Haut vorkommt. Gerät die Haut aus dem Gleichgewicht, vermehrt sich der Pilz und führt zu Beschwerden wie z.B. Schuppen. Auch andere Hauterkrankungen wie z.B. Neurodermitis oder Schuppenflechte verursachen starke Schuppenbildung.

Zudem können innere Erkrankungen wie z.B. Schilddrüsenstörungen die Haut verändern und Schüppchen auf der Kopfhaut entstehen lassen. Auch Haarausfall ist keine Seltenheit.

Fettige Schuppen oder trockene Schuppen?

Schuppen sind nicht gleich Schuppen. Spricht man von Schuppen, denken die meisten als erstes an die kleinen weißen Schüppchen, die im Haar verteilt sind und bei jeder Bewegung auf die Schultern fallen. Doch es gibt auch fettige Schuppen, die ganz anders behandelt werden müssen, als trockene Schuppen.

Trockene Schuppen

Trockene Schuppen sind die Art von Schuppen, die in der Werbung für Anti Schuppen Shampoo abgebildet werden. Das sind abgestorbene, trockene Hautzellen, die sehr klein sind. Trockene Schuppen sind meist im gesamten Haar verteilt und gehen oft mit Symptomen wie einer trockenen Kopfhaut, Juckreiz und Spannungsgefühlen am Haaransatz einher. Fährt man mit den Fingern durch Haar, rieseln die trockenen Schüppchen herunter.

Um trockene Schuppen zu bekämpfen, benötigt die Kopfhaut Feuchtigkeit.

Fettige Schuppen 

Fettige Schuppen unterscheiden sich ganz deutlich von trockenen Schuppen. Bei fettigen Schuppen handelt es sich um größere Hautfetzen, die gelblich und nass erscheinen. Sie befinden sich auf der Kopfhaut und sind im Gegensatz zu trockenen Haarschuppen nur selten im gesamten Haar verteilt. Die öligen Flocken entstehen aufgrund einer Störung der Talgproduktion. Es entsteht übermäßig viel Hautfett, das den idealen Nährboden für Hefepilze bietet. Fettige Schuppen treten daher oft zusammen mit einer Pilzinfektion der Kopfhaut auf. Fährt man sich durchs Haar, bleiben die gelblichen Schüppchen eher im Haar kleben, anstatt auszufallen.

Schuppen bekämpfen mit diesen Hausmitteln

Bei Schuppen greifen viele Betroffene zunächst zu namhaften Anti Schuppen Shampoos aus der Drogerie. Schließlich sind sie extra für die Anwendung bei Schuppen gedacht und helfen. Oder nicht? Leider helfen solche Shampoos nur in den wenigsten Fällen und verstärken die Symptome im schlimmsten Fall. Wer seine Kopfhaut schonen und sie von Schuppen befreien möchte, kann es auch mit Hausmitteln versuchen.

Haferflocken

Das Getreide ist eine wahre Nährstoffbombe. Haferflocken enthalten zahlreiche Mineralien und Spurenelemente, die die Kopfhaut versorgen und beruhigen. Außerdem enthält das Hausmittel Schleimstoffe, die in Verbindung mit Wasser aufquellen und eine feuchtigkeitsspendende Wirkung entfalten. Zugleich haben die Flocken eine peelende Wirkung und tragen tote Hornzellen ab.

Um trockene Schuppen auf der Kopfhaut loszuwerden, kann eine Maske aus Haferflocken behilflich sein. Dafür werden eine Handvoll feine Flocken mit etwas Milch oder Wasser zu einer Paste verrührt und anschließend in die Kopfhaut einmassiert. Nach rund 15 Minuten wird alles mit lauwarmem Wasser ausgespült. Das kann 3-4 Mal wöchentlich wiederholt werden.

Apfelessig

Apfelessig ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Außerdem hat der Fruchtessig einen sauren pH-Wert, der sich bei Schuppenbildung vorteilhaft auswirken kann. Der Unterschied zum neuronalen pH-Wert der Haut sorgt dafür, dass die Verbindungen zwischen den Hornzellen aufgeweicht werden. Dadurch werden die abgestorbenen Hautschüppchen abgelöst. Auch überschüssiger Talg wird mit Hilfe von Apfelessig von der Kopfhaut entfernt, was fettige Schuppen beseitigt.

Zur einfachen Anwendung bei Schuppen wird aus 2 EL Apfelessig und 1 Liter Wasser eine Haarspülung gemixt. Diese wird dann über die Kopfhaut gegossen und bei Bedarf etwas einmassiert. Ausspülen ist nicht notwendig.

Eigelb

Eigelb ist ein hervorragendes Hausmittel, um trockenen Schuppen entgegenzuwirken und die Kopfhaut zu pflegen. Das Eigelb enthält wichtige Aminosäuren, unzählige Vitamine und gesunde Fettsäuren. All diese Stoffe spenden der Kopfhaut Feuchtigkeit und stärken die natürliche Hautbarriere, was vor allem bei trockenen Schuppen sehr hilfreich ist.

Für die Anwendung bei Schuppen wird das Eigelb entweder pur oder mit etwas Honig oder Wasser und Haferflocken vermischt regelmäßig in die Kopfhaut einmassiert. Anschließend sollte die Paste mindestens 15-20 Minuten einwirken. Wichtig: Das Eigelb nur mit kühlem oder kaltem Wasser ausspülen, sonst gerinnt es und ist nur schwer aus dem Haar zur bekommen.

Joghurt

Das Hausmittel Joghurt kommt zur Pflege der Haut in Gesichtsmasken häufig zum Einsatz. Joghurt hat feuchtigkeitsspendende und beruhigende Eigenschaften. Das Milchprodukt enthält Milchsäurebakterien, die den Schutzmantel der Haut stärken und zugleich ein natürlicher Feuchthaltefaktor der Haut sind. Dadurch können trockene Schuppen auf der Kopfhaut reduziert werden.

Zur Anwendung auf der Kopfhaut wird das Hausmittel pur oder gemischt mit Honig oder Olivenöl intensiv in die Kopfhaut einmassiert. Nach rund 20 Minuten kann die Paste ausgespült werden. Joghurt kann mehrmals pro Woche zur Bekämpfung der Schuppen angewendet werden und pflegt zugleich das Haar.

Öle

Zur Pflege der Kopfhaut dürfen natürlich reichhaltige Öle nicht außer Acht gelassen werden. Wertvolle pflanzliche Öle sind z.B. Jojobaöl, Arganöl und Olivenöl. Auch Haaröle wie Rezilin sind bestens geeignet. Sie alle sind reich an Fettsäuren, Antioxidantien und Vitaminen, die die Kopfhaut nähren und mit langanhaltender Feuchtigkeit versorgen. Außerdem wirken sie beruhigend auf eine gereizte Kopfhaut und lindern dadurch den Juckreiz bei trockenen Schuppen.

Bevor das Öl der Wahl - am besten kaltgepresst und aus biologischem Anbau - in die Kopfhaut einmassiert wird, sollte die Kopfhaut angefeuchtet werden. Das Öl schließt das Wasser auf der Haut ein und verhindert so, dass es wieder verdunstet. Trägt man das Öl auf trockene Kopfhaut auf, kann das auf Dauer Feuchtigkeit entziehen. Am besten lässt man das Öl über Nacht einwirken und wäscht es mit einem milden Shampoo aus.


Bei fettigen Schuppen ist das ätherische Öl Teebaumöl das Mittel der Wahl. Es wirkt talgregulierend, antibakteriell und pilzhemmend. Man kann das Öl direkt ins Shampoo träufeln oder mit Wasser verdünnt als Rinse verwenden.

Fazit

Schuppen sind ein unangenehmes Thema für Betroffene. Sie lassen sich kaum verstecken und lassen das Erscheinungsbild ungepflegt wirken - obwohl dem gar nicht so ist. Die Anwendung von Anti Schuppen Shampoo fällt für die meisten ernüchternd aus. Anstatt die Schuppen zu beseitigen, wird die Kopfhaut meist nur noch trockener. Eine günstigere und schonende Alternative dazu sind Hausmittel wie natürliche Öle, Eigelb und Joghurt. Sie spenden der Kopfhaut Feuchtigkeit und lösen die überschüssigen Hautzellen sanft ab. Das beugt der Schuppenbildung vor. 


QUELLEN

  • M Bährle-Rapp: Kopfschuppen. 2007.
  • RM Trüeb: Kopfschuppen erfolgreich behandeln. 2009.
  • RK Keragala, KS Kempitiya, K Kumara: A review on potential herbal treatments for 'dandruff'-the embarrassing scalp disorder. 2020.