Finasterid Horror-Nebenwirkungen: Blut im Sperma?

LAURA LINDEMANN

02. AUGUST, 2021

Haarausfall bei Männern: So schädlich ist der Finasterid Wirkstoff!

Finasterid ist ein beliebter Wirkstoff zur Behandlung von erblich bedingtem Haarausfall bei Männern. Dabei weist das Mittel teils schwerwiegende Nebenwirkungen auf: Depressionen, Erektionsstörungen und Blut im Sperma können unter anderem die Folge der Einnahme sein. Im schlimmsten Fall dauern die Nebenwirkungen auch Jahre nach dem Absetzen weiter an. Wir klären, wie das Medikament wirkt und was es zu beachten gibt. 

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Finasterid ist ein wirksames Mittel gegen Haarausfall. Doch die Nebenwirkungen sind alles andere als harmlos!

Was ist Finasterid?

Finasterid ist ein Arzneimittel, das ursprünglich zur Behandlung einer vergrößerten Prostata entwickelt wurde. Mithilfe von Finasterid kann eine Operation bei älteren Männern meist vermieden werden. Später hat sich gezeigt, dass das Mittel auch erblich bedingten Haarausfall (androgenetische Alopezie) bei jungen Männern behandeln kann. Wie neuere Studien nachgewiesen haben, eignet es sich entgegen der ursprünglichen Annahmen auch für Männer im Alter von 41 bis 60 Jahren.


Als Mittel gegen Haarausfall ist es meist unter dem Handelsnamen Propecia bekannt. Arzneimittel mit dem Wirkstoff Finasterid sind verschreibungspflichtig und daher nicht rezeptfrei erhältlich.

Finasterid: Wirkung gegen Haarausfall

Der Wirkstoff Finasterid ist ein sogenannter 5α-Reduktasehemmer. Das Enzym 5-Alpha-Reduktase ist dafür verantwortlich, dass das männliche Sexualhormon Testosteron in die aktive Form Dihydrotestosteron (DHT) umgewandelt wird. Dieses verursacht bei einer erblich bedingten Empfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber dem DHT Haarausfall. Es wird vermutet, dass die Haarfollikel ihre Wachstumsphase durch das Dihydrotestosteron verkürzen und die Haare dadurch schneller ausfallen. Die Wirksamkeit ist bei jüngeren Patienten höher, da die Haarfollikel noch aktiver sind als es mit zunehmendem Alter der Fall ist.


Das Finasterid hemmt die Umwandlung des Testosterons in Dihydrotestosteron. Dadurch wird die Wachstumsphase der Haarfollikel verlängert und der Haarausfall gestoppt. Auch zuvor geschrumpfte Haare können sich wieder verdichten, wodurch sich die Haardichte erhöhen kann.


Um eine bestmögliche Wirkung zu erhalten, sollte die Finasterid Therapie möglichst frühzeitig begonnen werden. Sind die Haare einmal weg, wachsen sie nur in sehr geringem Maße wieder nach. Wird das Finasterid wieder abgesetzt, schreitet auch der Haarausfall weiter fort. Auch nachgewachsene Haarfollikel können wieder ausfallen. Finasterid absetzen ist keine Option, wenn der erblich bedingte Haarausfall möglichst lang herausgezögert werden soll.


Erste Erfolge sind meist innerhalb eines Zeitraums von 3 bis 6 Monaten erkennbar.

Für wen eignet sich Finasterid?

In Deutschland ist Finasterid (1-mg Dosierung) zur Therapie früher Stadien des Haarausfalls bei Männern zwischen 18 und 41 Jahren zugelassen. Die Mittel auf Basis von Finasterid sind nur zur Behandlung von Männern vorgesehen.


Finasterid wirkt nur bei erblich bedingtem Haarausfall (androgenetischer Alopezie). Bei vollständigem Haarverlust und anderen Formen von Haarausfall wird das Arzneimittel keine Wirkung zeigen. Es eignet sich also für Männer mit leichtem bis mäßigem Haarausfall.

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Finasterid gegen Haarausfall bei Frauen?

Finasterid ist in Deutschland nur für Männer zugelassen. Das Arzneimittel ist für Frauen (im gebärfähigen Alter) tabu.


Wird Finasterid während der Schwangerschaft eingenommen, kommt es zu Fehlbildungen der äußeren Geschlechtsorgane männlicher Föten. Frauen, die schwanger oder möglicherweise schwanger sind, sollten jeglichen Kontakt mit Finasterid vermeiden. Im Beipackzettel von Propecia wird darauf hingewiesen, dass diese Frauen keinesfalls zerkleinerte oder zerbrochene Tabletten berühren sollen.

Zusätzlich wird vermutet, dass Finasterid bei Frauen die Fruchtbarkeit negativ beeinträchtigen könnte.


In einer Studie aus dem Jahr 2000 hat sich die für Männer übliche Dosis von 1 mg bei Frauen nach der Menopause außerdem als unwirksam erwiesen.

Finasterid Nebenwirkungen: Blut im Sperma?!

Der drastische Eingriff in den Hormonhaushalt ist für einige junge Männer mit starken Nebenwirkungen verbunden. Die Einnahme von Finasterid sollte aufgrund dieser Nebenwirkungen gut durchdacht werden, auch wenn der Finasterid Wirkstoff grundsätzlich als gut verträglich gilt. 


Zu den gelegentlichen Nebenwirkungen (1 von 100 Patienten) zählen:

  • vermindertes Verlangen nach Geschlechtsverkehr
  • Erektionsstörungen
  • gestörter Samenerguss einschließlich verminderter Samenergussmenge
  • depressive Verstimmungen, Depressionen (seltener: Suizidgedanken)

Zu den weiteren Nebenwirkungen, deren Häufigkeit jedoch nicht bekannt ist, zählen:

  • Überempfindlichkeitsreaktionen (Ausschlag, Juckreiz)
  • Berührungsempfindlichkeit oder Vergrößerung der Brust
  • Hodenschmerzen
  • Blut im Sperma
  • Herzrasen
  • erhöhte Leberenzyme
  • Angst

Wird man von Finasterid zeugungsunfähig?

Bei Männern, die Finasterid über lange Zeit einnahmen und bei denen weitere Risikofaktoren vorlagen, wurde über Unfruchtbarkeit berichtet. Die Zeugungsunfähigkeit zählt also durchaus zu den Nebenwirkungen von Finasterid. Auch hier sind keine Häufigkeiten bekannt. In der Regel kam es nach dem Absetzen von Finasterid zu einer Normalisierung bzw. Verbesserung der Samenqualität.


Langzeitstudien über die Einwirkung von Finasterid auf die Fruchtbarkeit gibt es bislang nicht.

Kann man Brustkrebs bekommen?

Die Einnahme von Finasterid kann eine Veränderung des Gleichgewichts von Östrogen und Testosteron bewirken. Durch die Enzymhemmung kommt es zu einer erhöhten Menge an Testosteron, welches verstärkt in Östradiol umgewandelt wird. Dadurch entstehen wiederum mehr Östrogene, die eine Entstehung von Brustkrebs bei Männern fördern können.
Im Beipackzettel von Propecia wird darauf hingewiesen, dass bei Veränderungen im Brustgewebe (z.B. Schmerzen, Vergrößerung der Brust, Knoten…) ein Arzt aufgesucht werden soll.

Wieso darf man bei der Einnahme von Finasterid kein Blut spenden?

Durch eine Bluttransfusion an Frauen kann es bei regelmäßiger Einnahme von Finasterid zu einer potentiellen Schädigung eines Fötus kommen. Blutspenden ist daher untersagt. Erst nachdem die Einnahme für etwa einen Monat ausgesetzt wurde, kann wieder Blut gespendet werden. Dann sollte der Gehalt an DHT wieder auf einem normalen Niveau sein. 

Post-Finasterid-Syndrom: Anhaltende Nebenwirkungen nach dem Absetzen?

Teilweise bleiben die Finasterid Nebenwirkungen auch nach dem Absetzen der Tabletten weiter bestehen. Einzelne Fallberichte von Patienten berichten von einer Dauer von über 10 Jahren nach Absetzen der Therapie.


Vereinzelt wird daher auch vom “Post-Finasterid-Syndrom” gesprochen, welches jedoch nicht als eigenständige Krankheit anerkannt ist. Auch vielen Ärzten ist es weiterhin unbekannt. Zu den aufgetretenen Symptomen zählen andauernde Schwierigkeiten bei der Erektion, eine andauernde Abnahme des sexuellen Verlangens und Ejakulationsschwierigkeiten. Auch von chronischen Schmerzen und Schlafmangel wird berichtet.


Es wird vermutet, dass das Finasterid nicht nur in den Stoffwechsel des Sexualhormons Testosteron eingreift, sondern das gesamte hormonelle Gleichgewicht stört. So kann es zu Stimmungsschwankungen und langfristig auch einer Depression kommen.

Finasterid kaufen

Finasterid zur Behandlung von Prostatabeschwerden ist unter dem Namen Proscar® zu kaufen. Die Dosierung beträgt hier 5 mg. Zur Behandlung von erblich bedingtem Haarausfall gibt es Finasterid unter dem Handelsnamen Propecia® zu kaufen. Für beide Arzneimittel gibt es mittlerweile auch mehrere Generika auf dem Markt.

Da das Arzneimittel verschreibungspflichtig ist, kann es auch in Online-Apotheken nicht ohne Rezept gekauft werden.

Gibt es eine Finasterid Alternative?

Minoxidil gilt als Alternative zu Finasterid. Die Wirkung konnte auch für Minoxidil nachgewiesen werden und die Nebenwirkungen sind meist schwächer. Auch für Frauen ist Minoxidil eine Alternative.


Wer sich dennoch sorgen bezüglich der Auswirkungen der Medikamente macht, kann in der Rezilin Basilikum-Extrakt Haarkur eine pflanzliche Alternative finden. Die natürliche Haarkur weist in der Regel keine Nebenwirkungen auf. Dank des besonderen Wirkstoffs kann Rezilin bei erblich bedingtem Haarausfall, sowohl bei Männern als auch bei Frauen, wirken. 


QUELLEN

  • Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. (2018, 5. Juli). Rote-Hand-Brief zu Finasterid: Risiko sexueller Dysfunktionen und psychischer Störungen. https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Pharmakovigilanz/DE/RHB/2018/rhb-finasterid.html
  • DAZ. (1999). Männlicher Haarausfall: Bringt Finasterid die Haarpracht zurück? DAZ, 3, 31.
  • Meyer-Chlond, G. (2010). Falsche Versprechungen lassen keine Haare wachsen. DAZ, 15, 48.
  • ÖKO-Test. (2011). Mittel gegen Haarausfall. ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik & Wellness für 2011.
  • Price, V.H. et al. (2000). Lack of efficacy of finasteride in postmenopausal women with androgenetic alopecia. Journal of the American Academy of Dermatology, 43(5), 768-776. doi: https://doi.org/10.1067/mjd.2000.107953