Blondierte Haare pflegen: 6 SOS-Tipps für gesundes Haar

Blondierte Haare pflegen: 6 SOS-Tipps für gesundes Haar

Redaktion, 11. OKTOBER 2022

Blondierte Haare pflegen

Eine Blondierung sorgt nicht nur für die gewünschte Haarfarbe, sondern oft auch für kaputtes Haar. Mit einigen Tipps lässt sich das aber vermeiden.

Die wenigsten Menschen sind von Natur aus blond, wären es aber gern. In diesem Fall hilft nur die Blondierung, die selbst schwarzes Haar in eine blonde Mähne verwandeln kann. Das Problem: Blondiertes Haar ist extrem strapaziert und dadurch anfälliger für Haarbruch und Spliss. Auch Trockenheit und Frizz zählen zu den möglichen Folgen der Blondierung. Wir beantworten in diesem Artikel Fragen zur Blondierung und klären, wie die richtige Pflege für blondiertes, kaputtes Haar aussieht.

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Was ist eine Blondierung?

Blondierungen sind in der Friseur-Filiale sehr beliebt, ob in Form von Strähnchen, Balayage oder einer kompletten Typveränderung. Die Methode hellt auch sehr dunkles Haar auf und sorgt so für eine blonde Haarfarbe.

Nicht zu verwechseln ist die Blondierung mit der klassischen Coloration. Hierfür wird die Schuppenschicht der Haare mit Ammoniak geöffnet und die Farbpigmente können in das Haar eindringen und für eine dauerhafte Farbveränderung sorgen. Bleichendes Wasserstoffperoxid ist in Colorationen nur in geringer Menge enthalten.

Demgegenüber besteht die Blondierung aus Wasserstoffperoxid und einem Entwickler. Unterschiedliche Konzentrationen im Mischverhältnis sorgen für eine schwache oder starke Blondierung. Die Mischung lässt das Haar aufquellen und bricht die Hornschicht auf. Das Wasserstoffperoxid zerstört die natürlichen Farbpigmente und sorgt so für ein gebleichtes Haar. Für den gewünschten Blondton werden die Haare anschließend mit einem Toner behandelt, um einen unerwünschten Orange- oder Gelbstich zu verhindern.

Macht eine Blondierung die Haare kaputt?

Der Griff geht schnell zur Blondierung, ohne dass man sich große Gedanken darüber macht. Doch besonders, wenn man sich die Haare selbst zu Hause blondiert, sollte man vorsichtig sein. Allein ein falsches Mischverhältnis kann schnell dafür sorgen, dass die Haare unkontrolliert abbrechen. Man spricht in diesem Fall auch von einem chemischen Haarschnitt. Generell ist eine Blondierung aus unterschiedlichen Gründen schädigend für die Haare.

  • Geöffnete Schuppenschicht: Durch die Blondierung wird die Schuppenschicht der Haare geöffnet. Feuchtigkeit aus dem Inneren geht nach außen verloren, die Haare werden trocken und verlieren ihren natürlichen Glanz. Außerdem brechen blondierte Haare schneller ab.

  • Gummiartige Haarstruktur: Nach einer starken Blondierung fühlen sich die Haare oft gummiartig an. Besonders, wenn das Mischverhältnis nicht sorgsam geprüft oder die Haare zu oft und zu lange gebleicht wurden, wirkt sich das negativ auf die Haarstruktur aus. Die Keratinverbindungen werden zerstört und das Haar leiert aus wie ein Kaugummi.

  • Allergische Reaktionen: Die chemischen Stoffe greifen nicht nur die Haare, sondern auch die Kopfhaut an. Besonders bei empfindlicher Kopfhaut oder Hautkrankheiten wie Neurodermitis kann es hier zu allergischen Reaktionen kommen. Juckreiz, Rötungen oder sogar Verbrennungen sind typische Reaktionen auf chemische Inhaltsstoffe. Im schlimmsten Fall kann es durch die beschädigten Zellen sogar zu Haarausfall kommen.

Können sich die Haare nach einer Blondierung erholen?

Ob und wann sich die Haare nach einer Blondierung wieder erholen, hängt unter anderem vom Schweregrad der Schäden ab. Kam es zum chemischen Haarschnitt oder sind die Haare durch das häufige Bleichen förmlich verbrannt, kann man sie auch mit einer guten Pflege nicht mehr retten. In diesem Fall hilft nur, die Haare abzuschneiden und die Finger von der Blondierung zu lassen.

Auch in weniger schlimmen Fällen brauchen die Haare viel Pflege, um sich zu erholen. Regelmäßiges Schneiden, eine milde Pflege und der Verzicht auf Haarfarbe oder Blondierungen unterstützen das Haar, sich zu erholen.

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Wie bleiben blondierte Haare gesund? 6 SOS-Tipps

Auch wenn man die Haare beim Friseur blondieren lässt, werden sie geschädigt. Schlimmer wird es in den meisten Fällen, wenn man selbst Hand anlegt. Im schlimmsten Fall werden die Haare und auch die Kopfhaut nachhaltig geschädigt. Wer sein blondiertes Haar gesund erhalten möchte, sollte folgende Tipps beherzigen:

  1. Haarwäsche: Blondes Haar sollte nicht täglich gewaschen werden. Jede Haarwäsche entzieht dem Haar wichtige Feuchtigkeit und schützende Fette. Es ist völlig ausreichend, das Haar jeden zweiten oder dritten Tag zu waschen und von Schmutz und Styling-Resten zu befreien. Das Shampoo sollte dabei immer an den Haartyp angepasst werden und möglichst keine (minderwertigen) Silikone enthalten. Ein Shampoo mit feuchtigkeitsspendenden Stoffen wie Aloe Vera oder Kokosöl pflegt blondiertes Haar und liefert Feuchtigkeit bis in die Spitzen.

  2. Conditioner: Besonders für blondes Haar ist ein Conditioner nach jeder Haarwäsche Pflicht. Die aufgeraute Schuppenschicht wird durch die Spülung wieder verschlossen und verhindert den Feuchtigkeitsverlust. Auch die pflegenden Inhaltsstoffe aus dem Shampoo oder den Haarkuren verbleiben besser im Haar. Insgesamt wird blondiertes Haar so geschmeidiger und lässt sich leichter kämmen. Haarbruch und Spliss werden so vorgebeugt und das Haar bekommt einen gesunden Glanz.

  3. Haaröl: Auch Haarpflege-Produkte wie Haaröle sind bei blondem Haar nach jeder Haarwäsche unverzichtbar. Die reichhaltigen Öle schützen das Haar vor weiteren Schäden und sorgen für eine glatte, glänzende Oberfläche. Zusätzlich versorgen sie das Haar mit wichtigen pflegenden Nährstoffen und verhindern, dass die Spitzen abbrechen.

  4. Haarkur: Die Blondierung schadet nicht nur dem Haar, sondern entzieht auch der Kopfhaut wichtige Feuchtigkeit. Zu den Folgen zählen Trockenheit und Juckreiz. Feuchtigkeitsspendende und pflegende Haarkuren wie z.B. Rezilin beruhigen die Kopfhaut und stärken die Haare. Als Pflege für blondiertes Haar kommen besonders auch Protein-Kuren infrage. Die Produkte basieren auf Keratin, das die geschädigten Proteine auffüllt und die Lücken in der Haarstruktur ausbessert. Die geschädigte Haarstruktur wird repariert und die aufgeraute Schuppenschicht geglättet. Für blondiertes Haar eignet sich eine Kombination aus Protein-Kuren und Öl-Kuren am besten.

  5. Hitze- und UV-Schutz: Besonders bei chemisch aufgehelltem Haar, das ohnehin schon porös ist, ist das tägliche Styling mit Föhn, Glätteisen und Lockenstab Gift. Die hohen Temperaturen greifen die Haarstruktur an und können Frizz und Haarbruch verursachen. Um das zu verhindern, sollte man am besten auf das Hitzestyling verzichten. Ansonsten sollte immer ein Hitzeschutz aufgetragen werden. Die Produkte (Spray oder Creme) bilden eine schützende Schicht und verhindern so Hitzeschäden.
    Ähnliches gilt auch für die Sonne: Die UV-Strahlung entzieht dem Haar schützende Fette und Feuchtigkeit und verstärkt die Trockenheit. Besonders im Sommer wird blondes Haar dadurch schnell zur strohigen Mähne. Produkte mit Lichtschutzfaktor schützen, auch Hüte oder Tücher bewahren das Haar vor Schäden.

  6. Spitzen schneiden: Blondierte Haare pflegen heißt auch, regelmäßig zum Friseur zu gehen. Trockenheit und Spliss werden durch das Bleichen erheblich begünstigt. Werden die gespaltenen Haare nicht abgeschnitten, wandert der Schaden immer weiter nach oben, bis die Haare schließlich nicht mehr gesund nachwachsen können. Nur, wer regelmäßig zum Spitzenschneiden geht, hält sein blondes Haar gesund.

Blondierte Haare pflegen: Welche Hausmittel helfen?

Die richtigen Produkte sind für blondierte Haare sehr wichtig. Doch gerade Haarpflege-Produkte aus dem Friseurbedarf sind sehr teuer und enthalten oft Silikone, deren Verwendung noch immer stark diskutiert wird. Einerseits bilden sie einen Schutzfilm, machen die Haare geschmeidig und lassen sie glänzen. Andererseits kann vor allem bei billigen Silikonen ein sogenannter “Silikon Build-Up” entstehen, der die Haare verschließt und verhindert, dass die pflegenden Produkte die Haare pflegen können. Unter anderem deshalb vertrauen viele auf natürliche Haarpflege-Produkte oder greifen zu Hausmitteln. Welche sind die richtigen Hausmittel als Pflege für blondiertes Haar?

Olivenöl-Haarkur

Olivenöl ist für strapazierte Haare optimal. Es pflegt blondierte Haare intensiv und verleiht einen gesunden Glanz. Das Öl sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit im Haar bleibt und nicht nach außen verloren geht. Gleichzeitig kann es auch vor schädigenden Einflüssen von außen schützen und versorgt die Haare mit wichtigen Vitaminen und Antioxidantien, wodurch ein gesundes Wachstum gefördert wird.

Haare pflegen mit Olivenöl ist ganz einfach: Etwas Olivenöl - nativ und aus kontrolliert biologischem Anbau - ins Haar geben und besonders in die Spitzen einmassieren. Nach einer Einwirkzeit von etwa 30 Minuten kann die Haarkur wieder ausgewaschen werden, für eine intensivere Wirkung kann sie aber auch über Nacht in den Haaren bleiben. Danach mit einem milden Shampoo auswaschen und die Kur wöchentlich wiederholen.

Avocado-Haarmaske

Zur Pflege blondierter Haare eignen sich auch Avocados. Die Früchte sind reich an pflegenden Ölen (mehrfach ungesättigte Fettsäuren) und versorgen die Haare mit Feuchtigkeit und vielen Nährstoffen. Für die Avocado-Haarmaske braucht man nur Avocado, ein bisschen Olivenöl und einen Spritzer Zitronensaft: Das Fruchtfleisch der Avocado mit dem Olivenöl und dem Zitronensaft vermischen und die Paste auf den Haarlängen und der Kopfhaut verteilen. Bei einer sehr fettigen Kopfhaut sollte man den Ansatz aussparen. Die Haarkur sollte mindestens 30 Minuten einwirken und kann danach mit lauwarmem Wasser ausgespült werden.

Je nach Wunsch kann die Haarkur mit weiteren pflegenden Zutaten wie Honig oder Joghurt ergänzt werden.

Ei-Maske

Die Ei-Maske zählt zu den Klassikern zur Behandlung von trockenem und strapaziertem Haar. Wie oben bereits erwähnt, brauchen vor allem blondierte Haare die Proteine, um die Haarstruktur zu stärken. Proteine wie Keratin können die aufgeraute Schuppenschicht glätten und die gummiartige Struktur verhindern. Das verringert das Risiko für Haarbruch und das Gefühl strohiger Haare. Eine Protein-Maske lässt sich auch zu Hause ganz einfach herstellen: Ein Eigelb mit 100 Gramm Naturjoghurt vermischen, bis eine gleichmäßige Paste entsteht. Die Mischung in den Haaren, besonders in den Spitzen verteilen und 20 Minuten einwirken lassen. Danach mit Wasser und einem milden Shampoo auswaschen.

Fazit

Wer sich für blondes Haar entscheidet, sollte sich den Risiken bewusst sein. Besonders in der Eigenanwendung kann die Blondierung für starke Schäden an Haar und Kopfhaut verantwortlich sein. Sicherer ist der Gang zum Friseur. Die Pflege für blondiertes Haar sollte immer einen Conditioner, Haaröl und regelmäßige Haarkuren beinhalten. Ob man sich hierfür an Produkten aus dem Friseurbedarf bedient oder auf klassische Hausmittel zurückgreift, ist dabei unerheblich. Hitzeschutz, regelmäßiges Schneiden und ein mildes Shampoo hilft dabei, blondes Haar gesund zu halten. Wer diese Tipps berücksichtigt, wird mit einer glänzenden, blonden Haarpracht belohnt.


QUELLEN

  • Bährle-Rapp, M. (2007). Springer Lexikon Kosmetik und Körperpflege (3. Auflage, S. 70). Springer.
  • Harrison, S. & Sinclair, R. (2004). Hair colouring, permanent styling and hair structure. Journal of Cosmetic Dermatology, 2(3-4). DOI: 10.1111/j.1473-2130.2004.00064.x