Diffuser Haarausfall: Wachsen die Haare wieder nach?

Diffuser Haarausfall: Wachsen die Haare  wieder nach?

Redaktion, 05. JANUAR 2022

diffuser haarausfall

Ist diffuser Haarausfall reversibel?

Während die Haare bei anderen Formen des Haarausfalls meist nur stellenweise oder in bestimmten Regionen, wie z.B dem Stirn- oder Schläfenbereich, ausfallen, dünnt das Kopfhaar beim diffusen Haarausfall ganzheitlich aus. Besonders Frauen sind von dieser Art des Haarausfalls betroffen und leiden oft spürbar unter dem Verlust der Haarpracht. Die Ursachen für diffusen Haarausfall können äußerst vielfältig sein. Wir klären in diesem Artikel außerdem, woran man diffusen Haarausfall erkennt und was dagegen hilft.

Was ist diffuser Haarausfall?

Diffuser Haarausfall (telogenes Effluvium, diffuse Alopezie) liegt dann vor, wenn auf dem gesamten Kopf ein einheitlicher Haarverlust zu erkennen ist. Fallen täglich mehr als 100 Haare aus, kann der Haarverlust als krankhaft bezeichnet werden.

Bei Frauen tritt der diffuse Haarausfall häufiger auf als bei Männern.


Beim diffusen Haarausfall liegt eine Schädigung der Haarwurzeln vor. Dadurch entsteht ein mehr oder weniger gleichmäßig an der gesamten Kopfhaut auftretender Haarausfall, bei dem sich das Kopfhaar vermehrt lichtet und die Kopfhaut verstärkt durchscheint. Auch wenn eine Glatzenbildung äußerst selten ist, ist der Verlust von Volumen und Fülle besonders für die betroffenen Frauen eine große Belastung.


Die Ursachen für diffusen Haarausfall können äußerst vielfältig sein, weshalb bei der Diagnostik auch ein Bluttest ratsam ist, um Aufschluss zu erhalten.

Was sind die Ursachen für diffusen Haarausfall?

Die Ursachenfindung gestaltet sich beim Haarausfall insbesondere bei Frauen oft recht schwer. Während bei Männern der erblich bedingte Haarausfall überwiegt, können die Ursachen für den Haarverlust bei Frauen deutlich vielfältiger sein. Zu den wichtigsten Ursachen des diffusen Haarausfalls zählen:

  • Mangelernährung (Nährstoff- und Mineralstoffmangel)
  • Krankheiten
  • bestimmte Medikamente
  • Hormonschwankungen
  • Schwermetallvergiftungen
  • Stress, psychische Belastung

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Diffuser Haarausfall durch Mangelernährung

In den meisten Fällen ist der diffuse Haarausfall auf einen allgemeinenNährstoff- und Mineralstoffmangel zurückzuführen. Durch den Lebenswandel hat sich vor allem auch die Ernährung mit den Jahren verändert. Die ständige Verfügbarkeit von Nahrung sowie Fast Food und Fertigprodukten sorgen nicht nur für Übergewicht und die daraus resultierenden Krankheiten. Bleibt die einseitige Ernährung über längere Zeit bestehen, kommt es zwangsläufig zu einer Unterversorgung an essentiellen Vitaminen (z.B. Vitamin C), Nähr- und Mineralstoffen sowie Spurenelementen.


Der Körper versucht, die lebenswichtigen Funktionen trotz des Mangels aufrechtzuerhalten. Die Haarfollikel werden infolge nur noch eingeschränkt mit den notwendigen Stoffen versorgt, wodurch das gesunde Haarwachstum nicht mehr aufrechterhalten werden kann. Die Haarwurzeln verkümmern und die Haare fallen verstärkt aus.


Neben einer unausgewogenen Ernährung sorgen insbesondere auch extreme Crash-Diäten, Fastenkuren oder Essstörungen (z.B. Anorexie, Bulimie) für einen Nährstoffmangel und Haarausfall. In der Regel macht sich der Haarverlust erst zwei bis vier Monate später bemerkbar. Von daher können die Haare auch noch ausfallen, wenn sich die Lebensgewohnheiten erst kürzlich verbessert haben.


Auch ein Mangel des Spurenelements Eisen kann diffusen Haarausfall auslösen. Ein Eisenmangel entsteht meist aufgrund eines gesteigerten Blutverlustes oder einer gestörten bzw. unzureichenden Eisenaufnahme.

Beim Haarverlust spielt anscheinend besonders das Speichereisen (Ferritin) eine Rolle. Bei Personen mit diffusem Haarausfall konnte ein Mangel dessen öfter nachgewiesen werden. Ob der Ferritin-Mangel jedoch wirklich die Haarausfall Ursache ist, ist bislang noch nicht vollständig geklärt.

Diffuser Haarausfall aufgrund von Krankheiten

Insbesondere bei Erkrankungen der Schilddrüse (Schilddrüsenüberfunktion / Schilddrüsenunterfunktion) ist Haarausfall eines der möglichen Symptome. Eine Schilddrüsenunterfunktion sorgt häufig dafür, dass das Haar spröde wird oder verstärkt ausfällt. In manchen Fällen zeigt sich das auch an den äußeren Rändern der Augenbrauen. Insgesamt ist das Haarwachstum bei der Hypothyreose erheblich verlangsamt.

Auch eine Schilddrüsenüberfunktion kann sich sich an den Haaren bemerkbar machen. Häufig ist dünnes, feines und brüchiges Haar die Folge. Außerdem gehen die Haare schneller in die Ruhephase über, weshalb sie häufig nur eine geringe Länge erreichen.


Hinzukommen können Infektionskrankheiten wie Typhus, AIDS, Scharlach, Syphilis, Tuberkulose, aber auch eine starke Grippe oder eine Corona-Infektion diffusen Haarausfall auslösen.

Diffuser Haarausfall durch Medikamente

Medikamente zählen ebenfalls zu den Haarausfall Ursachen.


Besonders bei der Behandlung von Krebs kommen im Rahmen einer Chemotherapie Medikamente (Zytostatika) zum Einsatz, zu deren Nebenwirkungen Haarausfall zählt. Die Zytostatika greifen neben den Knochenmark- und Schleimhautzellen auch die Haarwurzelzellen an. Daher ist nicht nur die Kopfbehaarung, sondern häufig auch die Wimpern und Augenbrauen vom Ausfallen der Haare betroffen. Ähnliches gilt für die Strahlentherapie bei Krebserkrankungen im Kopfbereich.


Zu den weiteren Medikamenten, die Haarausfall als Nebenwirkung aufweisen, zählen beispielsweise Blutgerinnungshemmer, Mittel gegen erhöhte Blutfettwerte, Medikamente gegen Schilddrüsenüberfunktion sowie die Anti-Baby-Pille.

Diffuser Haarausfall aufgrund von Hormonschwankungen

Besonders Frauen sind vom diffusen Haarausfall betroffen. Das hängt damit zusammen, dass häufig auch Hormonschwankungen für das Ausfallen der Haare verantwortlich sind. Eine Frau durchlebt im Laufe ihres Lebens mehrere Phasen, in denen sich der Hormonhaushalt verändert. Dazu zählen vor allem die Schwangerschaft und die Wechseljahre. Auch die Einnahme von Hormonpräparaten wie der Pille zur Verhütung wirken sich auf die Östrogene und die Haare aus.


Während die Haare während der Schwangerschaft aufgrund der vielen weiblichen Hormone länger in der Wachstumsphase bleiben, fallen sie wegen des sinkenden Östrogenspiegels nach der Geburt auf einmal aus. Man sprich auch vom postpartalen Effluvium. Hier besteht kein Grund zur Sorge.


Ebenso kann das Absetzen der Pille für Schwankungen im Hormonhaushalt und damit verbundenem Haarausfall sorgen. Dieser macht sich meist etwa zwei bis vier Monate nach dem Absetzen bemerkbar.


Nicht zuletzt schwankt der Östrogenspiegel auch während der Wechseljahre stark. Durch die männlichen Hormone, die dann Überhand gewinnen, kann es zum Haarausfall kommen.

Diffuser Haarausfall durch Schwermetallvergiftungen

Die Industrialisierung hat dafür gesorgt, dass es immer häufiger zu Vergiftungen durch Schwermetalle kommt. Haarausfall ist nur eines der vielzähligen Symptome einer Vergiftung. Eine akute Alopezie wird meist von Thallium, Arsen, Kadmium oder Quecksilber ausgelöst.


Thallium wird heute nur noch selten als Nagergift und gegen Schädlinge eingesetzt. Trotzdem kommt es vereinzelt zu Vergiftungen durch kontaminierte Nahrungsmittel oder durch versuchten Suizid durch die Einnahme von Thallium. Bei einer akuten Intoxikation kommt es etwa ab dem 13. Tag zu ausfallenden Haaren. Haarausfall ist für die Feststellung einer Thalliumvergiftung ein wichtiges Symptom, da er auch als alleiniges Symptom auftreten kann.


Diffuser Haarausfall ist vor allem bei einer chronischen Arsenvergiftung ein häufiges Symptom. Arsen war lange Bestandteil von Pflanzenschutzmitteln, auch wenn die Verwendung in Deutschland mittlerweile verboten ist.


Kadmium wird bei der Legierung von Metallen genutzt und ist außerdem in Farbstoffen und Trockenbatterien enthalten. Die Inhalation von Kadmiumdioxid, das beim Schmelzen oder Schweißen entstehen kann, kann gefährliche Vergiftungen auslösen. Das diffuse Effluvium ist hier nur eines von vielen Symptomen.


Nicht zuletzt kann auch eine Vergiftung mit Quecksilber eine der Ursachen von Haarausfall sein. Im häuslichen und beruflichen Umfeld kann es noch immer zu einer Exposition mit Quecksilber kommen, auch Medizinprodukte wie Bleichsalben enthalten teilweise Quecksilber.

Diffuser Haarausfall aufgrund von Stress

Stress schadet dem Körper in vielerlei Hinsicht. Auch für den Haarausfall kann Stress verantwortlich sein. Bei stressbedingtem Haarausfall wirken sich vermutlich vor allem die Stresshormone Cortisol und Adrenalin aus. Sie können die Stoffwechselprozesse im Körper beeinträchtigen, wodurch dünnes und ausfallendes Haar begünstigt wird.

Wie erfolgt die Diagnose von diffusem Haarausfall?

Am einfachsten lässt sich der diffuse Haarausfall mithilfe eines Bluttests diagnostizieren. Verschiedene Parameter geben Auskunft über die Ursache des Haarausfalls.


Häufig wird zusätzlich ein sogenanntes Trichogramm (Haarwurzelstatusanalyse) durchgeführt. Hier werden dem Patienten einige Haare entnommen und die Haarwurzeln untersucht. Der Zustand sowie die Entwicklungsphase können Auskunft über die Ursachen des Haarausfalls geben.


Auch ein ausführliches Anamnesegespräch kann Auskunft geben.

An welchen Blutwerten erkennt man diffusen Haarausfall?

Medizinisch relevant für den Haarausfall sind folgende Parameter:

  • Hämoglobin und Ferritin-Wert (Eisen)
  • TSH-Wert (Schilddrüsenfunktion)
  • CRP (Entzündungsparameter)
  • Blutzuckerspiegel
  • Leber- und Nierenwerte

Ergänzend können auch die Parameter Biotin, Folsäure, Selen, Zink und Vitamin B6 betrachtet werden. Sie geben zusätzliche Auskunft über die Haargesundheit.

Ist diffuser Haarausfall reversibel?

Die gute Nachricht vorweg: Bei diffusem Haarausfall handelt es sich in der Regel um ein vorübergehendes Problem. Wird die Ursache des diffusen Haarausfalls behandelt, wird auch der damit einhergehende Haarverlust gestoppt. Dadurch unterscheidet sich diffuser Haarausfall von anderen Arten des Haarausfalls, bei denen oft die Haartransplantation der letzte Ausweg ist.


Tritt der Haarausfall temporär auf (bei Frauen oft in Folge einer Schwangerschaft oder anderen hormonellen Veränderungen), wie zum Beispiel auch nach Operationen oder einem Infekt, normalisiert sich das Haarwachstum grundsätzlich von allein wieder und es bedarf keiner Therapie.

Diffuser Haarausfall: Was hilft?

Die Behandlung des diffusen Haarausfalls richtet sich in erster Linie nach der Ursache. Eine ganzheitliche Therapie ist äußerst wichtig, um den Haarausfall langfristig zu stoppen.


Sind Medikamente für den Haarausfall verantwortlich, kann mit dem behandelnden Arzt über eine Anpassung der Therapie gesprochen werden, bei der beispielsweise die Dosierung verringert oder ein alternatives Präparat genutzt wird. Nach Beendigung der Therapie wachsen die Haare für gewöhnlich normal nach.

Entzündliche Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen oder Infekte gilt es in erster Linie zu behandeln. Gleiches gilt für einen Haarausfall aufgrund eines Nährstoffmangels (z.B. Eisen- oder Eiweißmangel). Auch hier stoppt der Haarausfall sobald der Auslöser erfolgreich therapiert wurde.


Bei einem vorübergehenden Haarausfall in Folge einer Schwangerschaft oder dem Absetzen der Pille gibt es in der Regel keinen Behandlungsbedarf. Mit der Zeit normalisiert sich das Haarwachstum innerhalb einiger Monate von selbst und die Haarpracht kehrt wieder zurück.

Medikamente wie Minoxidil und Finasterid können bei Haarausfall zwar helfen - er kann aber nach dem Absetzen wieder auftreten, wenn die auslösende Ursache nicht therapiert wird. Außerdem sind beide Präparate oft mit starken Nebenwirkungen verbunden.


Im Alltag kann es helfen, Stress zu vermeiden und auf ausreichend Schlaf zu achten. Eine ausgewogene Ernährung trägt dazu bei, einen Nährstoffmangel zu verhindern. Auch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln (z.B. Zink, Biotin) kann zu einer guten Haargesundheit beitragen und sich förderlich auf das Wachstum der Haare auswirken. Zweifelsfrei belegt ist die Wirkung von Biotin gegen Haarausfall allerdings nicht.


Haarkuren wie die Rezilin Basilikum-Extrakt Haarkur können die Haarstruktur ebenfalls verbessern und für gesundes, kräftiges Haar sorgen. Die pflanzlichen Öle und feuchtigkeitsspendenden Stoffe versorgen die Kopfhaut mit wichtigen Nährstoffen, während das Koffein die Haarwurzeln zum Wachstum anregen kann. Hat der diffuse Haarausfall keine krankheitsbedingte Ursache, kann Rezilin den Haarverlust eindämmen.


QUELLEN

  • Ippen, H. (1970). Haarausfall durch Medikamente. Deutsche Medizinische Wochenschrift, 95, 1411-1416.
  • Mühlendahl, K. E. von, Ständer, H. & Traupe, H. (1999). Haarausfall und Umwelteinflüsse. Deutsches Ärzteblatt, 96(23). https://www.aerzteblatt.de/archiv/17686/Haarausfall-und-Umwelteinfluesse
  • Wolff, H. (2007). Alopezie: Haarausfall ist nicht gleich Haarausfall. Pharmazeutische Zeitung. https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-072007/haarausfall-ist-nicht-gleich-haarausfall